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Aktuelles Evangelische Kirche |
Salzburg-Tirol: Superintendentin Luise Müller wiedergewählt
ein Beitrag vom Evangelischen Pressedienst für
Österreich (epd Ö)
Müller: Kirche leiten ist vor allem Dienst aneinander
Wörgl,
21. November 2009 (epd Ö) - Luise Müller ist in ihrem Amt als
Superintendentin der evangelischen Diözese Salzburg-Tirol mit
überwältigender Mehrheit bestätigt worden. Nach Ablauf ihrer ersten
Amtsperiode hatte sich die Superintendentin am Samstag in Wörgl der
Wahl durch die Superintendentialversammlung, in der Delegierte aller
evangelischen Pfarrgemeinden aus Salzburg und Tirol vertreten sind,
gestellt. Müller erhielt bei der Wahl 56 von 57 Stimmen, 1 Stimme
war ungültig.
"Ich freue mich sehr über dieses so große Vertrauen, das die
Delegierten mir heute entgegengebracht haben. Kirchenleitung ist
nach wie vor für mich vor allem Dienst aneinander", sagte die
wiedergewählte Superintendentin in einer ersten Stellungnahme. Unter
diesem Motto will Müller auch in Zukunft ihr Amt verstehen. Bischof
Michael Bünker gratulierte "auch im Namen der Kirchenleitung zu
dieser Wahl, die sehr bewegend und berührend ist." Bünker
gratulierte auch der Superintendentialgemeinde zu dieser
Superintendentin: "Ein Superintendent oder eine Superintendentin
steht immer zwischen der Kirchenleitung und den Gemeinden und hat
beide Interessen zu vertreten. Luise Müller kann dies auf
hervorragende Weise", so der Bischof.
Mag. Luise Müller ist seit 1.9.1995 Superintendentin der
evangelischen Diözese Salzburg-Tirol. Im November 1997 hatte die
gesamtösterreichische Synode die Begrenzung der Amtszeit eines
Superintendenten/einer Superintendentin auf 12 Jahre beschlossen;
die Regelung trat mit 1.1.1998 in Kraft. Nach Ablauf der Amtszeit
können sich die AmtsinhaberInnen erneut einer Wahl stellen. Für die
gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Geleitet hat
die Wahl in Wörgl Superintendentialkurator Eckart Fussenegger. Von
den Salzburger und Tiroler evangelischen Pfarrgemeinden wurde Luise
Müller als einzige Kandidatin für die Wahl vorgeschlagen.
Luise Müller (57) wuchs in Oberfranken (Deutschland) auf. Nach dem
Studium der evangelischen Theologie in Neuendettelsau, Erlangen und
Wien absolvierte Müller ihr Vikariat in Innsbruck. Vor ihrer Wahl
zur Superintendentin war Müller ehren- und hauptamtlich in der
Gemeindearbeit und im Religionsunterricht tätig und übernahm auch
zahlreiche übergemeindliche, diözesane und gesamtkirchliche
Aufgaben. Sie ist seit 1974 verheiratet mit dem Kufsteiner Pfarrer
Karlheinz Müller und Mutter von drei erwachsenen Kindern. "Ich liebe
und schätze meinen Beruf, Bücher, meine Familie, meine Freunde,
Musik, Stille, Theologie - aber nicht in dieser alphabetischen
Reihenfolge", schreibt Müller in der Information für die
Delegierten.
In der Diözese Salzburg-Tirol leben 29.336 Evangelische in 16
Pfarrgemeinden. Amtssitz der Superintendentur ist Innsbruck.
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Szenisches
Theaterstück "Protestanten!" macht Geschichte lebendig
Bünker: Ein besonderes Erlebnis, das noch lange
nachwirkt
ein Beitrag vom Evangelischen Pressedienst für
Österreich (epd Ö)
Leogang, 24. Juli 2009 (epd Ö) - "Ich hätte nie gedacht, dass die Darstellung unserer Geschichte mich so unmittelbar berühren wird", sagte Bischof Michael Bünker gegenüber epd Ö über das szenische Theaterstück "Protestanten!", das seit Juli wieder in Leogang im Pinzgau aufgeführt wird. Das Besondere an "Protestanten!": Das Theaterstück besteht aus vier Teilen: dem Hof, der Straße, dem Dorf und der Kirche und wird an diesen Orten aufgeführt. Die ZuschauerInnen werden dabei zu ZeugInnen und zu MitspielerInnen.
"Protestanten!" spielt im Zeitraum von November 1731 bis August 1732, der "ein dunkles Kapitel in der Salzburger Landesgeschichte markiert", wie es in der Presseaussendung zu dem Stück heißt. Aufgrund ihres Bekenntnisses zum evangelischen Glauben mussten damals rund 20 Prozent der Landesbevölkerung ihre Heimat verlassen. Am 31. Oktober 1731 wurde das berüchtigte "Emigrationspatent" verkündet, das einen Auszug innerhalb von acht Tagen für die Dienstboten, innerhalb von längstens drei Monaten für die Besitzenden festlegte. Eine neuerliche Einreise war bei strenger Strafe verboten, Kinder mussten teilweise zurückgelassen werden. Bünker: "Die Ernsthaftigkeit und Intensität, mit der sich Regisseurin und SchauspielerInnen auf das Schicksal Leoganger Protestanten um 1730 - die exemplarisch für alle bedrängten Evangelischen dieser Zeit stehen - eingelassen haben, ist beeindruckend." Für kurze Zeit werde der Alltag angehalten und das Ereignis der Vertreibung wieder sichtbar. Der Zug aus SchauspielerInnen und ZuschauerInnen endet mitten im Dorf, "die Geschichten sind erzählt, die Lieder gesungen. Was zurückbleibt, ist eine Lücke im Leben des Dorfes", heißt es in der Aussendung. "Protestanten!" mache betroffen, betont Bünker: "Es ist ein besonderes Erlebnis, das noch lange nachwirkt."
Aufgeführt wird "Protestanten!" in Leogang, Dorf und Umgebung, Ausgangspunkt ist Leogang Vorderrain. Die Aufführungen sind immer sonntags: 26.7., 2.8., 9.8., 16.8., Beginn: 19.30 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden. Kartenvorverkauf unter www.ortszeit.at oder 0699/120 162 27
Altsuperintendent Wolfgang Schmidt verstorben
Superintendentin Müller: "Er ließ sich auch in schweren Zeiten immer
wieder vom Wort Gottes aufrichten"
Altsuperintendent Mag. Wolfgang Schmidt ist tot.
Der frühere Superintendent der evangelischen Diözese Salzburg-Tirol
verstarb nach langer Krankheit am Donnerstag, 11. Juni, in Salzburg
im 80. Lebensjahr. Superintendentin Mag. Luise Müller würdigte ihren
Amtsvorgänger als eine Person, die durch "tiefen Glauben
gekennzeichnet und immer für die Menschen da war". Durch seinen
Glauben habe er sich auch "in schweren Zeiten, geprägt durch
Krankheit oder den Verlust seiner Tochter, immer wieder vom Wort
Gottes aufrichten lassen", sagte Müller gegenüber epd Ö.
Von Jänner 1981 bis zu seinem Pensionsantritt im September 1995
leitete Wolfgang Schmidt gemeinsam mit den
Superintendentialkuratoren die Superintendenz Salzburg-Tirol. Davor
war der aus Wien stammende Schmidt 22 Jahre Pfarrer in Kufstein.
Höhepunkte seiner Amtszeit als Superintendent waren etwa 1981 die
Eröffnung der Salzburger Landesausstellung in Schloss Goldegg zur
Emigration der Salzburger Protestanten, der ökumenische Gottesdienst
im Jahr 1987 in Mayerhofen zum Gedenken an die Vertreibung der
Zillertaler Protestanten oder der ökumenische Gottesdienst mit Papst
Johannes Paul II. 1988 in der Salzburger Christuskirche.
Die Verabschiedung findet am Freitag, 19. Juni, um 11.00 Uhr in der
Christuskirche in Salzburg (Schwarzstraße 25) statt.
Quelle: epdÖ
Evangelischer Pressedienst für Österreich (epdÖ)
Chefredakteur: Dr. Thomas Dasek
1030 Wien, Ungargasse 9/10
Tel: 43 1 712 54 61; Fax: DW 50
E-Mail: epd@evang.at Internet: www.evang.at
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